Schwierige Fragen

Manche Arbeitgeber versuchen mit geschickten Fragen den Bewerber aus der Reserve zu locken und mehr über die Persönlichkeit zu erfahren. Diese Fragen können provokativ sein, unschuldig daher kommen und auf den ersten Blick nicht als Frage mit weitreichenden Konsequenzen erkennbar sein. In seltenen Fällen werden sogar Fragen gestellt, die nicht rechtens sind. Bei letzterer Art müssen Sie nicht wahrheitsgemäß antworten, da solche Fragen per se nicht zulässig sind. Beispiele hierzu finden Sie weiter unten. Generell dürfen Sie im Vorstellungsgespräch aber nicht lügen. Behaupten Sie zum Beispiel die Bedienung eines bestimmten Programms zu beherrschen, welches für die Position essentiell ist und Sie haben hier noch keinerlei Kenntnisse, dann könnte der Arbeitgeber vom Vertrag zurücktreten, da Sie ihn getäuscht haben.

 

Bereiten Sie sich auf folgende Fragen vor:

Was können Sie uns kurz über sich erzählen?
Stellen Sie das Wichtigste und Interessanteste in den Mittelpunkt. Beschreiben Sie den Lebensweg kurz und knapp. Lesen Sie hierzu auch unsere Tipps zum Elevator Pitch.

Was wissen Sie über unser Unternehmen?
Beweisen Sie, dass Sie informiert sind. Zeigen Sie Interesse durch Fragen.

Warum möchten Sie für uns arbeiten?
Sprechen Sie die Vorzüge des Unternehmens an. Beschreiben Sie, wie Ihre Qualifikation zum Unternehmen passt.

Warum haben Sie diesen Ausbildungsweg gewählt?
Nennen Sie die Gründe (Neigungen, Eigenschaften, Interessen, Vorbilder, etc.). Erklären Sie warum die Wahl richtig war.

Sind Sie mit Ihren Noten zufrieden?
Bewerten Sie Ihre Leistung selbstkritisch.

Welche Erfahrungen haben Sie in den Praktika gesammelt?
Beschreiben Sie knapp, was Sie gemacht haben. Nennen Sie zwei bis drei konkrete „learnings“. Seien Sie vorsichtig mit kritischen Bewertungen.

Wie würden Sie sich selbst charakterisieren?
Nennen Sie zwei bis drei hervorstechende Eigenschaften. Führen Sie Beispiele an und seien Sie selbstkritisch („Was ich noch verbessern könnte, ist …“). Vermeiden Sie jedoch Eigenschaften, die für eine erfolgreiche Bewerbung eher hinderlich sind.

Welche Stärken und Schwächen zeichnen Sie aus?
Verfahren Sie wie bei der Charakterisierung. Argumentieren Sie mit den „Kehrseiten“ von Stärken und Schwächen. Aber: Verwenden Sie wenn möglich keine „Pseudoschwächen“ wie Perfektionismus oder zu hohen Arbeitseinsatz. Geben Sie kleine Schwächen ehrlich zu, dass lässt Sie authentisch wirken. Achten Sie bei der Formulierung auf abschwächende Adverbien wie gelegentlich, ab und zu, hin und wieder oder manchmal, dann klingt Ihre angeführte Schwäche schon weniger schlimm. Zeigen Sie auch, dass Sie die Schwäche im Griff haben und Sie sich nicht auf Ihre Leistung auswirkt.

Mit welchen anderen Unternehmen stehen Sie noch in Verbindung?
Bestätigen Sie Ihre Gespräche, es macht Sie attraktiver. Unternehmensnennungen werden nicht erwartet.

 

Unzulässige Fragen:

Die Sie nicht wahrheitsgemäß beantworten müssen, solange sie für den Job nicht relevant sind.
  • Wann möchten Sie gerne Kinder bekommen?/ Sind Sie schwanger? (Hier antworten Sie nur wahrheitsgemäß, wenn der Job für Schwangere gesundheitsgefährdend ist).

  • Sind Sie homo- oder heterosexuell?

  • Gibt es eine aktuelle Erkrankung oder schwere Erkrankungen in Ihrer Familie?

  • Sind Sie religiös?

  • Sind Sie Mitglied in einer Partei oder in einer Gewerkschaft?

  • Haben Sie Vorstrafen? Waren Sie bereits im Gefängnis?

  • Sind Sie verschuldet?

Wenn Ihnen eine solche oder ähnliche Frage gestellt wird, bleiben Sie ruhig, freundlich und professionell. Beantworten Sie die Frage wenn Sie wollen mit einer Notlüge oder weisen Sie daraufhin, dass diese Frage sicherlich keine Relevanz für die Tätigkeit hat. Ziehen Sie Grenzen, wenn der Personaler das Thema nicht auf sich beruhen lässt und weitere verbotene Fragen stellt. Gehen Sie in sich und überlegen, ob Sie wirklich bei diesem Arbeitgeber angestellt sein wollen.