Das Vorstellungsgespräch

Nach einem erfolgreichen Telefoninterview oder direkt nach dem Absenden der Bewerbungsunterlagen folgt im besten Fall die Einladung zum persönlichen Gespräch.

Dieses findet direkt beim Unternehmen statt. In dem Einladungsschreiben finden Sie Informationen zu den Gesprächspartnern, dem Zeitpunkt und der Anreise. Oft erhalten Sie hier auch ein Formular zur Fahrtkostenerstattung. Sollte das Unternehmen das Thema nicht von sich aus ansprechen, können Sie nachfragen an wen Sie sich wenden können. Eine Übernahme der entstandenen Fahrtkosten ist gesetzlich vorgeschrieben. Kann das Unternehmen aus wichtigem Grund diese nicht erstatten, muss es bereits im Einladungsschreiben darauf hinweisen. Wenn Sie als arbeitssuchend gemeldet sind und Sie den Betrag im Vorfeld bei der Agentur für Arbeit ankündigen, können Sie über diesen Weg die Fahrtkosten wieder reinholen.

Je nach ausgeschriebener Position und Unternehmen werden bis zu zwei Gespräche vor Ort geführt. Gesprächsteilnehmer können zum einen Vertreter der Personalabteilungen sein sowie Mitarbeiter der Fachabteilung, wie zum Beispiel der künftige Chef, der sich ebenfalls ein Bild von Ihnen machen möchte. Im Mittelpunkt des Vorstellungsgesprächs steht Ihre Motivation, Persönlichkeit und Kompetenz. Unternehmen wünschen sich gut informierte, sympathisch auftretende, kompetente und leistungswillige Bewerber.

Vorstellungsgespräche müssen nicht ausschließlich auf den Dialog beschränkt bleiben. Je nach Position gibt es kleine fachliche Aufgaben, welche gelöst werden müssen oder es werden in einer Kurzpräsentation Ihre kommunikativen Skills in Augenschein genommen. Auch wenn die Gespräche individuell gestaltet werden, gibt es feste Ablaufphasen.

Der Ablauf

Small Talk

Ein „lockerer Einstieg“ dient dazu Ihnen die Nervosität zu nehmen und sich besser auf die neue Situation und Umgebung einzustellen. Fragen zur Anreise, Aussagen zum Wetter oder saisonaler/regionaler Begebenheiten sind klassische Beispiele, um Ihnen den Einstieg ins Gespräch so angenehm und leicht wie möglich zu gestalten.

Vorstellung der Gesprächspartner

Viele Personaler erzählen zunächst ein wenig über sich und ihre Funktion in der Organisation. Oft wird dann auch zum Unternehmen übergeleitet und die Kernfakten (die Sie bereits vorbereitet haben!) dargestellt. Des Weiteren wird (idealerweise) die Position nochmals beleuchtet. Machen Sie sich währenddessen kurz Notizen und hören Sie aufmerksam zu. Eventuell lassen sich daraus später Fragen ableiten.

Selbstpräsentation/ Kurzvorstellung

Nun kommen Sie zum Zug. Der Personaler möchte mehr über Sie erfahren. Je nachdem wie ausführlich er informiert werden möchte, können Sie hier mit Ihrem vorbereiteten Elevator-Pitch glänzen. Wichtig: Langweilen Sie Ihr Gegenüber nicht mit einer eins zu eins Wiedergabe Ihres Anschreibens oder Lebenslaufs. Bringen Sie Persönlichkeit mit ein und stellen Sie Ihre passendsten Eigenschaften und Erfahrungen mit Beispielen in den Vordergrund. Ihr ausgedruckter Lebenslauf kann Ihnen als roter Faden dienen, vermeiden Sie Ausschweifungen. Während oder nach Ihrer Selbstpräsentation wird der Personaler Fragen hierzu stellen. Werfen Sie zur optimalen Vorbereitung auch einen Blick auf unsere Fragesammlung „Standard Fragen“. Antworten Sie präzise und authentisch. Vergessen Sie nicht zu lächeln.

Fachliche Fragen / Case Study / Test

Nachdem Ihr Gesprächspartner sich einen ersten Eindruck Ihrer Persönlichkeit machen konnte, folgen noch Fragestellungen zur konkreten Tätigkeit. Heißt hier müssen Sie auf die in Praktika oder im praktischen Unterricht gesammelten Erfahrungen und gelernten Lösungswege zurückgreifen. Eine Überprüfung des fachlichen Know-hows kann ebenso in Form eines kleinen Fallbeispiels, für dessen Bearbeitung man ausreichend Zeit bekommt, stattfinden. Dieser Punkt sowie der Punkt „Gehaltsverhandlung“ können auch erst in einem zweiten Gespräch Thema werden.

Ihre Fragen

Hat der Arbeitgeber für sich nun alles geklärt, werden Sie aufgefordert noch Fragen zu stellen. Je „tiefer“ die Fragen gehen, desto mehr zeigt das, dass Sie sich mit der Stellenanzeige und dem Unternehmen intensiv auseinandergesetzt haben.

Vertragliche Rahmenbedingungen: Gehaltsverhandlung & Co.

In diesem Gesprächsabschnitt geht es um die vertraglichen Konditionen. Hierzu gehören das Gehalt, Urlaubstage, Arbeitszeiten oder auch individuelle Zusatzleistungen des Arbeitgebers.

In der Regel müssen Sie bereits im Anschreiben angeben, wie viel Sie verdienen wollen. Verkaufen Sie sich hier nicht unter Wert, verlangen Sie aber auch nicht zu viel. Um eine realistische Vorstellung zu bekommen, bietet es sich an nach Gehältern für ähnliche Positionen zu recherchieren. Bei Arbeitgeberbewertungsplattformen, Online-Gehalts-Checks oder im Austausch mit Berufseinsteigern, die ebenfalls eine TA-Ausbildung haben, finden Sie erste Informationen für die Höhe eines marktüblichen Gehalts. Des Weiteren müssen Sie im Hinterkopf behalten, dass nicht jede Branche gleich viel zahlt. In der Pharma- und Chemiebranche sind die Gehälter traditionell sehr hoch, im Gesundheitswesen jedoch niedriger. Auch die Unternehmensgröße gibt Aufschluss. Als Faustregel können Sie sich merken, dass je größer das Unternehmen, desto höher auch das Gehalt ist. Leider gibt es aber auch hier Ausnahmen. Für manche Jobs gibt es zudem Tarifverträge, was Ihnen den Gehaltspoker erspart. Denn, anhand der Tariftabelle können Sie Ihre Qualifikation und Entlohnung direkt online ablesen.

Kommt es im Vorstellungsgespräch zur Gehaltsverhandlung, können Sie sich sicher sein, dass der Arbeitgeber sehr an Ihnen interessiert ist. Andererseits würde das Thema nicht zur Sprache kommen. Treten Sie selbstbewusst auf und bereiten Sie sich auf gängige Arbeitgeberargumente vor. Zum Beispiel, dass Ihnen die Erfahrung fehlt. Was so natürlich nicht stimmt. Hätten Sie nicht passende Erfahrungen für die ausgeschriebene Position, wären Sie erst gar nicht eingeladen worden. Weisen Sie an dieser Stelle höflich auf bereits gesammelte Erfahrungen im Praktikum, Nebenjob oder sonstigen Projekten hin.

Verabschiedung

Nachdem die weiteren Schritte (Wann können Sie mit einer Rückmeldung rechnen? Gibt es ein weiteres Gespräch oder einen Schnuppertag?) geklärt sind, ist das Schwierigste geschafft. Bedanken Sie sich für das interessante und angenehme Gespräch, achten Sie auf einen festen Händedruck und ein freundliches Lächeln. Wenn Sie mögen, können Sie im Nachgang per Mail nochmals Ihr Interesse an der Position bekräftigen.

Vorstellungsgespräche können je nach Ablauf und Position zwischen einer und vier Stunden lang dauern.