In den vergangenen 15 Jahren hat sich in der Berliner Wirtschaft ein grundlegender Strukturwandel vollzogenen. Zugunsten eines stärkeren Gewichts bei den Dienstleistungen sind die Anteile von Industrie und Bau spürbar gesunken. Dieser bundesweit zu beobachtende Strukturwandel hatte in der Hauptstadtregion eine besondere Dynamik. Heute verfügen Berlin und sein Umland über eine Unternehmenslandschaft, die leistungsstark und für die Zukunft gerüstet ist. Der Weg dahin wurde unterstützt durch erhebliche Finanzmittel der Europäischen Strukturfonds zur Stärkung von Wirtschaft und Infrastruktur: In der sechsjährigen Förderperiode bis 2006 betrugen diese annähernd 1,3 Milliarden Euro. Auch in der aktuellen Förderperiode bis 2013 stehen Mittel in ähnlicher Höhe zur Verfügung.

Geprägt wird die Berliner Wirtschaftsstruktur von kleinen und mittleren Unternehmen. Trotz des erheblichen Arbeitsplatzabbaus besitzt das Land nach wie vor einen starken industriellen Kern. Traditionell stark vertreten sind neben der Elektroindustrie unter anderem die Sparten Nahrungsmittel, Chemie sowie Maschinen- und Fahrzeugbau. Neben Bau und Handwerk, die meist kleinbetrieblich arbeiten, haben auch Handel und Service ein großes Gewicht.

Um sich dauerhaft als Wirtschaftsstandort behaupten zu können, muss sich Berlin vor allem Kompetenzen auf Zukunftsfeldern erwerben. Die Voraussetzungen hierfür sind gut. Als positives Erbe der Jahre der Teilung besitzt Berlin eine herausragende Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungslandschaft, da sowohl die früheren Bundesregierungen als auch die DDR aus politischen Erwägungen heraus Wissenschaftspotenziale in Berlin konzentriert haben. So hat Berlin mehrere Hochschulen und zahlreiche Forschungsinstitute.

Die Stärkung der Wirtschaftskraft und die Schaffung von positiven Rahmenbedingungen für Investitionen und wirtschaftliche Dynamik sind Kernaufgaben der Politik. Große Anstrengungen werden darauf verwandt, eine moderne und leistungsfähige industrielle Fertigung an den Standort zu binden, nicht zuletzt als Anker für den wachsenden Bereich produktionsnaher Dienstleistungen. Der Senat fördert aussichtsreiche Existenzgründungen und branchenspezifische Technologie- und Gründerzentren. Berlin betreibt sowohl aktive Bestandspflege als auch Investitionsförderung zur Modernisierung der wirtschaftsnahen Infrastruktur. Im Vordergrund stehen die Verbesserung der Innovationsfähigkeit der Berliner Wirtschaft durch Netzwerkbildung und Technologieverbreitung sowie die Unterstützung mittelständischer Unternehmen, die beim Schaffen neuer Arbeitsplätze eine Schlüsselrolle spielen.

Noch sehr viel mehr als bisher wird sich Berlin strategisch auf die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft konzentrieren. Im Mittelpunkt dieser Aktivitäten stehen die Zukunftsfelder Verkehrstechnik, Bio- und Medizintechnik sowie Informationstechnik und Medien.

Berlin hat durch seine geografische Lage, günstige Verkehrswege und das spezialisierte Lehrangebot an den Universitäten eine wichtige Funktion für den Ausbau der Wirtschaftsverbindungen mit Ost- und Mitteleuropa. Die Stadt betreibt gezieltes Marketing, um Unternehmensgründungen aus diesen Staaten zu unterstützen. Auch als internationaler Kongress- und Messestandort ist Berlin sehr attraktiv.

Weitere wichtige Standortfaktoren der Stadt sind das hochqualifizierte Arbeitskräftepotential, der große Regionalmarkt und die gut ausgebaute Infrastruktur. Hinzu kommen ein sofort verfügbares, großes Flächenangebot sowie die hohe Lebensqualität durch Natur, Erholungsräume und kulturelle Vielfalt. Als Kompetenzzentrum setzt Berlin vor allem auf neue und expandierende Technologiefelder: Schwerpunktbranchen sind die Informations- und Kommunikationstechnologie, der Multimediabereich, die Medienwirtschaft, die Umwelttechnik, die Medizintechnik sowie die Biotechnologie (ein wichtiges Beispiel ist der Forschungscampus in Buch) und der Sektor Verkehrstechnik. Technologietransfer und eine engere Verknüpfung von Wirtschaft und Wissenschaft werden verstärkt organisiert. Der Zukunftsfond Berlin fördert Innovationsprojekte. Vorzugsweise werden Vorhaben unterstützt, die von Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam getragen werden.